Ducati Monster

Ducati Monster Modelle

Die Geschichte der Ducati Monster

Der gelegentliche Flirt mit dem Bankrott zieht sich durch die bewegte Geschichte der Firma Ducati Meccanica S.p.A. Seit ihrer Gründung 1926 durch Antonio Ducati vollzogen sich dadurch mehrere Verkäufe und Besitzerwechsel.

Anfang der 1990er Jahre, unter dem Besitz von Cagiva, war es wieder soweit. Finanzielle Schwierigkeiten zwangen Ducati zum Handeln. In der Not besinnt sich man sich auf seine Tugenden, schaut auf seine Stärken und was sich daraus entwickeln kann. Wer das jetzt als Euphemismus sieht für „Man greift ins Regal und schaut was man findet“ kann das gerne tun.

1. Generation Ducati Monster: 1993 – 2008

Im Regal bei Ducati fanden sich Motoren aus der Supersport Baureihe sowie Rahmen und Fahrwerk aus der Superbike Baureihe. Miguel Angel Galluzi designte das neue Motorrad und verpasste ihm erstmals Züge eines Streetfighters. Der Prototyp des Gitterrohrahmens wurde aus Plastikrohren aus dem Elektrikerbedarf gefertigt.

Der charakteristische, aus der Super Sport abgeleitete V2 Motor mit einem stehendem und einem liegendem Zylinder hatte zunächst 904 ccm, war luftgekühlt und hatte desmodromische Ventilführung. Die Heckschwinge stammt von der 851, die Front von der SS 900. 9 Monate von der Idee bis Produktionsbeginn, dies machte die Monster zur schnellsten Entwicklung im Hause Ducati überhaupt, erinnert sich der technische Direktor Gianluigi Mengoli. Der Griff ins Regal führte ebenfalls zu den geringsten Entwicklungskosten im Hause Ducati.

Im Herbst 1992 wurde die „Urmonster“ in Köln präsentiert. Am 5. März 1993 rollte die Monster 900 erstmals vom Band, im Mai stand sie bei den Händlern. Die Erwartungen waren groß, der Erhalt des Unternehmens stand auf dem Spiel.

Die Ducati Monster  900 war das erste Kind der Naked Baureihe aus Borgo Panigale, jenem schlichten Industrieviertel in Bologna. 1994 kam die 600er Version hinzu, welche innerhalb kürzester Zeit zum Topseller der Baureihe wurde. Die Unterschiede zum „Großen Bruder“ waren eine 4,5 Zoll Felge mit 160er Reifen (900er: 5,5 Zoll Felge mit 170er Reifen), eine Ölbad- statt Trockenkupplung, fünf statt sechs Gänge, der Ölkühler verschwand und es gab nur eine vordere Bremsscheibe.Ebenfalls gab es ab 1994 eine 400er Version, jedoch nicht für den europäischen Markt.

1996 füllte Ducati mit der 750 die Lücke zwischen den bestehenden Modellen. Neben dem veränderten Hubraum erhielt die 750 einen Ölkühler.

1997 kamen die „Dark“ Modelle in den Handel. Die 600er wurde in diesem einfarbigen matten Schwarz zur beliebtesten Variante der gesamten Baureihe. Zusätzlich führte Ducati beheizbare Vergaser ein. Das System nutzt Motoröl, welches, über einen Hahn aktivierbar, die Vergaser durchströmen kann und so bei Winterbetrieb Vereisungen verhindert.

1998 wechselt Ducati erneut den Besitzer und ist nicht mehr Teil von Cagiva. Das bedeutet eine Erneuerung der Marke Ducati und für die Monster neue Lackierungen sowie eine S  Version der 900er. Die Wichtigsten Veränderungen der S Version sind:

Stahlflex Bremsleitungen

Bremsscheiben aus Guss statt Edelstahl

volleinstellbare Federelemente (teilweise sogar mit Öhlins Federbein

Bremsmomentabstützung Hinterrad am Rahmen / Motorblock

75 PS, während die Standard Monster ab jetzt mit den kleinen Ventilen der 750 er auskommen muss und nur noch 67 PS leistet

2000 kommt es zu einer großen Revolution für die 900er Modelle, eine elektronische Benzineinspritzung ersetzt die Vergaser. Die Leistung des Motors beträgt 77 PS

2001 bekommt die S4 genannte Monster den Motor der 916, somit ist sie die erste Monster mit einem wassergekühltem Vierventilmotor und mit 101 PS das Topmodell der Baureihe.

2002 wird aus der 600er die 620er i.e., erhält also eine „inezione elettronia“, bekommt einen Katalysator und erreicht damit als erste in der Monster Reihe die EURO II.

Im selben Jahr wird auch zum ersten Mal die 400er Baureihe auf dem europäischen Markt angeboten. Bislang wurde diese 44 PS Variante exklusiv für den japanischen Markt produziert.

2003 kommen dann zwei neue Hubraumvarianten auf den Markt, die 800er und die 1000er. Die 800 i.e. bekommt ein Sechsganggetriebe und behält die Ölbadkupplung, die 1000er hingegen ist eine Neuentwicklung.

Sie verfügt über eine aufwändige Doppelzündung.

Die wahre Revolution im Jahr 2003 wird jedoch das Topmodel S4R. Sie löst die S4 ab und bekommt den 113 PS starken 996ccm Desmoquattro Motor. Um die Giftigkeit dieses Monsters zu unterstreichen, gibt es hierfür eine Farbserie mit dem Namen Viper. Blaue Farbe und asymmetrische weiße Streifen verändern den kompletten Appeal der S4R. Erstmals in der Monsterreihe kommt hier auch eine Einarmschwinge geparrt mit 5 Speichen-Marchesini Rädern zum Einsatz. Für diese Entwicklung zeichnet sich Daniele Casolari verantwortlich, der Gründer von Ducati Performance.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Restyling betrifft die Fußrasten, diese sind erstmals getrennt und ermöglichen somit größere Schräglagen auf der Rennstrecke. Dazu trägt auch der einseitig montierte Doppelschalldämpfer bei. Weitere Änderungen betreffen das Tacholayout und den Aluminiumlenker von Magura mit variablem Querschnitt.

2004 wird die 620i.e. überarbeitet. Sie erhält eine Anti-Hopping Kupplung (APTC) und Sechsganggetriebe. Die Dark Versionen sind sowohl in der neuen und alten Version ohne APTC und Fünfganggetriebe erhältlich. Zwei Sondermodelle sind im selben Jahr erhältlich, die Capirex und die vom zweiten Teil der Matrx Trilogie inspirierte Monster Matrix.

Ab 2005 erscheinen die SR2 800 und die S2R1000. Diese Modelle paaren die Einarmschwinge und die 5 Speichen-Marchesini Felgen mit den bekannten 2-Ventil Motoren.

Die Einführung des Spitzenmodells der Baureihe – der S4RS erfolgt 2006. Hubraum und Leistung betragen 998ccm und 130 PS und stellen die die neuen Topwerte der Baureihe dar. Schwinge, Gabel und Bremsen sind direkt von der Superbike Reihe abgeleitet, der Motor stammt aus der 998. Dieses Modell ist heute bei Sammlern sehr begehrt.

Ebenso ersetzt die 695 die 620i.e., lockt mit einem sehr attraktiven Einführungspreis und aggressiver Farbgebung, die Leistung steigt auf 73 PS.

Ein Jahr später erhält die S4R (ohne S) ebenfalls den Testatstretta Motor und gleiche Leistung, die S4Rs, verzichtet jedoch auf die edlen Zutaten aus der Superbike Reihe wie z.B. dem Öhlins Fahrwerk und den Einzelbelag Bremssätteln.

Das 400er Modell fällt in diesem Jahr endgültig weg.

2008, nach 15 Jahren Bauzeit endet die Produktion dieser Modellreihe.

Zusammengefasst hier alle Modelle der 1. Monster Baureihe

2. Generation Ducati Monster: 2008 – 2014

Zuerst für den italienischen Markt erscheint 2008 die 696. Angelehnt an die 695 wird die 696 erleichtert auf 161 Kg, erhält 80 PS und einen neuen Rahmen aus Gitterrohr und angeschraubtem Aluminium Heck. Dies macht sie agiler und stabiler in Kurven. Der Auspuff ist  links und rechts am Heck geführt. Durch leicht austauschbare Tankblenden kann das Styling schnell verändert werden. Tacho und Drehzahlmesser sind  vollständig digital ausgeführt.

Später im Jahr erscheinen die 1100 und 1100S.  Die große Monster verfügt weiterhin über die charakteristische Trockenkupplung und Doppelzündung. Weiterhin verfügt sie im Gegensazu zur 696 über eine Einarmschwinge, Felgen im 10 Speichen Y-Design und 2 cm mehr Sitzhöhe.

Im Jahre 2009 verändern sich in erster Linie die Farben. Ein Sondermodell 696 „Colour Therapy“ bildet da nur den Anfang für eine Farboffensive, die Ducati zum einzigen Hersteller mit ca. 13 Farben für ein einziges Modell werden lassen. Perlmuttweis, Scrambler Orange, Glamour Lila und Pures Gold um nur einige zu nennen.

Ab 2010 sind die 696, 1100 und 1100S auf Wunsch mit ABS erhältlich.

Im April erscheint die 796. Sie teilt sich die Ölbadkupplung mit der 696 und die Einarmschwinge mit der 1100.

2013 Ersetzt die Monster 1100 EVO die Modelle 1100/ 1100S. Der  Motor wird überarbeitet, die Doppelzündung entfällt genauso wie die Trockenkupplung. ABS und Traktionskontrolle sind immer an Bord. Der Auspuff wandert vom Heck auf die rechte Seite. Die Federelemente stammen in der EVO von Sachs.

Zusammengefasst hier alle Modelle der 2. Monster Baureihe

3. Generation Ducati Monster 2014- 2020

2014 erscheint die wassergekühlte Monster 1200  nebst  der kleinen Schwester 821. Nicht alle Ducati Fans sind begeistert, da der geliebte luftgekühlte 1100er Motor  nicht mehr produziert wird.  Ausgestattet mit dem Testastretta Motor mit Doppelzündung und 11° Ventilüberschneidung, leistet die 1200er 135 PS und 118 Nm Drehmoment und übertrumpft die 1100er mit ihren Fahrleistungen deutlich.

Die kleine Schwester 821 verfügt über eine 2 Arm-Schwinge und eine einfachere  Bremsanlage. Die Motorleistung liegt bei 107 PS.

Die 1200er verfügt über eine Ölbadkupplung mit Anti Hopping (APTC) . Weiterhin erhält sie in enger Zusammenarbeit mit Bosch drei elektronisch gesteuerte Fahrwerksmodi: Urban, Touring und Sport. Diese beeinflussen sowohl das ABS und die Traktionskontrolle, als auch die Leistungsabgabe des Motors. Zusätzlich erhält sie einen LED Scheinwerfer.

Die 1200er ist als Standard und als Stripe (später S) Variante erhältlich. Erstmal verfügt  eine Monster in S Version über eine höhere Motorleistung wie die Standard Variante. Weitere Änderungen sind  u.a. das Öhlins Fahrwerk sowie die Brembo M50 Bremssättel aus den Superbikes.

Die auf 160 PS leistungsgesteigerte R Variante als Topmodell der Serie erscheint 2016.

Ebenso 2016 erscheint mit der 797 ein neues Einstiegsmodell in die Monsterreihe. Ein luftgekühlter 803ccm Motor leistet 73 PS und erfüllt die Euro IV Norm. Ebenso werden die anderen Motorisierungen der Baureihe an die Euro IV Norm angepasst.

2017 erhalten die Monster 821 / 1200 im Zuge der Euro IV Umstellung ein umfangreiches Update. Neben optischen Retuschen profitiert vor allem die 1200er von neuen Features, unter anderem (in der S Version) dem Kurven ABS System und einen Farb LCD Cockpit.

Zusammengefasst hier alle Modelle der 3. Monster Baureihe

4. Generation Ducati Monster: seit 2021

Mit dem Modelljahr 2021 begeht Ducati den  nächsten Radikalen Bruch in der fast 30 jährigen Geschichte der Monster Baureihe. Die  Modelle  797, 821 und 1200 werden eingestellt. Stattdessen ersetzt ein einziges  Modell die bisherigen Variante. Die Verkaufsbezeichnung ist – “Monster”  – Erhältlich als Standard und  + Version verfügt die Maschine über einen 937ccm V2 Motor mit 111 PS. Die neue Monster ist besonders leicht und agil. Büßt dafür aber jede Charakteristischen Merkmale ein, die die Monster damals ausmachten. In Summe sind folgende Charakter-Merkmale der Ur-Monster über die Jahre verschwunden:

  • Trockenkupplung
  • Luftkühlung
  • Gitterrohrrahmen

Zusammengefasst hier alle Modelle der 3. Monster Baureihe

 

 

 

Bestseller der Ducati Monster Baureihe

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